Freitag, 23. Februar 2018

Flöten gehen

Meiner Meinung nach ist es sehr sinnvoll, mal über den Zusammenhang von Bewusstsein und Physik nachzudenken. Es scheint mir relativ einleuchtend, dass man alle Phänomene der Welt physikalisch beschreiben kann, aber die subjektive Innenperspektive scheint da irgendwie rauszufallen. Ich werde nie nachvollziehen können, wie es ist, du zu sein.

Wie entsteht dann aber Bewusstsein und wie passt es in eine physikalisch beschreibbare Welt? Vielleicht trifft ja der Panpsychismus zu. Jedem Teil dieser Welt können mentale Eigenschaften zugeschrieben werden. Klingt esoterisch? Aber was wären denn Alternativerklärungen? Dass Menschen bewusste Wesen sind, noch manche höher entwickelte Tiere und das wars? Wo wäre denn dann die Grenze anzusetzen? Sind Schildkröten noch bewusst? Meine Familie besitzt Schildkröten und jede wirkt durchaus als hätte sie einen eigenen Charakter. Aber der komplex entwickelte Teil des Gehirns ist bei diesen Tieren winzig. Wie sieht es dann mit Fischen aus? Insekten? Fühlen diese noch oder nicht?

Der Panpsychismus hingegen nimmt einfach eine weitere nichterklärbare, nichtteilbare physikalische Größe an, mentale Eigenschaften, die jedem Ding gleichermaßen inneliegen. Ob sich dann irgendwo ein komplexes Innenleben bildet wie etwa bei Menschen, hängt von der Komplexität der zusammenwirkenden Dinge ab. Ein Atom fühlt selber so gut wie nichts, ein Stein kaum mehr wegen mangelnder Komplexität. Ich finde diese Lösung relativ elegant.

Und ein Computer? Dieser ist sehr komplex, führt aber nur Befehle aus, meist mit sehr hoher Effizienz. Wieso sollte er etwas fühlen, wenn er nicht frei ist eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu folgen? Ungeachtet der Probleme, die eine Annahme eines freien Willens in einer physikalischen Welt mit sich bringt, stelle ich mir vor, dass sich komplexe Rechenmaschinen im ständigen Flow-Zustand befinden. Sie existieren und funktionieren einfach. Das muss sich sehr meditativ und friedlich anfühlen. Ist das nicht eine Richtung, in die auch viele Menschen streben?

Donnerstag, 22. Februar 2018

Ein neuer Tag

Wohin würdet ihr die Schlafenszeit einordnen – zu dem vergangenen oder dem folgenden Tag? Wahrscheinlich zu keinem von beiden. Auch wenn nicht immer gleich lang, gibt es ja immer noch die “Nacht”, in der man in der Regel schläft. Ein Tag geht zu Ende, man hat seine Pläne geschafft oder eben nicht, und dann ist es erstmal wieder vorbei, und bis zum nächsten Aufwachen ist kein Tag.

Aber dennoch, wenn ihr euch entscheiden müsstet (man sagt ja schließlich auch, ein “Tag” habe 24 Stunden)? Wenn ich euch zwingen müsste, was würde sich für euch richtiger anfühlen? Für eine faire Lösung könnte man ja zum Beispiel den neuen Tagesbeginn genau in der Mitte des Schlafens ansetzen. Der Ablauf der verschiedenen Schlafstadien unterscheidet sich schließlich auch merklich in der zweiten Nachthälfte. Aber hier soll es auch nicht um Fairness gehen. Nein, die Frage ist, wo subjektiv gesehen für euch der neue Tag beginnt und wo der alte endet, wenn beides genau auf den gleichen Zeitpunkt fallen soll?

Was soll die ganze Fragerei?

Vielleicht könnte es ja einen Unterschied fürs Wohlbefinden machen, wo man diesen neuen Anfang ansetzt.

Ich würde vermuten (und kann damit komplett falsch liegen), dass fast alle sagen, ein neuer Tag beginnt mit dem Aufwachen. Die Zeit des Schlafens gehört noch zum alten Tag. Die ganze Müdigkeit, die sich vorher angesammelt hat und Rezeptoren blockiert, muss noch aufgeräumt werden. Neues kann erst nach dieser Zeit der Inaktivität beginnen.

Was wäre aber, wenn man den Tagesanfang kurz vor dem Zubettgehen ansetzt? Wenn man den Schlaf als die erste Handlung des Tages betrachtet? Wenn diese Erholungsphase genauso zu den Plänen der kommenden 24 Stunden zählt wie die Mails zu checken, auf Arbeit zu gehen, sich mit Freunden zu treffen, ja eigentlich die ganze Grundlage für diese Dinge schafft? Könnte es nicht sein, dass eine gute Bewältigung dieser ersten Handlung dann genau so zu einem gelungenen Tag gehört wie alle darauffolgenden?