Die Welt ist ein Traum.
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Egal, wie sicher du dir bist, dass du
es gerade wahrhaftig geschafft hast, ohne Hilfsmittel zu fliegen: Du
träumst gerade.
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Die Wahrscheinlichkeit, nach dem
Aufwachen und vielen Stunden des Wachseins wieder schlafen zu gehen,
ist weitaus geringer, als nach dem Aufwachen gleich wieder
aufzuwachen.
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Während du das hier liest, könnte
dein Körper gerade im Bett liegen und schlafen. Aber woher solltest
du das wissen? Träume werden doch so gut wie immer mit dem Wachleben
verwechselt, und erst im Nachhinein, nach dem Aufwachen, erkennt man
sie als Träume.
Doch es gibt mehrere Traumtests (: im
Wachen unmögliche Vorgänge, die die Traumwelt sofort als eine
solche entlarven). Dieser hier ist der Empfehlenswerteste: Halte mit
den Fingern deine Nase fest zu und schließe den Mund. Ziehe jetzt
Luft durch deine Nase. Dieser Test funktioniert nicht zuverlässig.
Manchmal hält man auch im Wachen die Nase nicht richtig zu, sodass
etwas Luft hineinströmt, und manchmal denkt man im Traum, es würde
nicht genügend Luft durch die Finger und die Nasenflügel fließen,
als dass es physikalisch unmöglich wäre. Außerdem sieht es
idiotisch aus im Umfeld anderer, wenn man wach ist. Und dennoch
empfehle ich dir diesen Test. Ich möchte, dass du dieses Gefühl
einmal im Traum erlebt hast!
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Ein Klartraum ist ein Traum, während
dessen man sich sicher ist, dass man gerade einen Traum erlebt und
nicht etwa wach ist. An sich ein aus vielerlei Gründen
erstrebenswerter Zustand. Und doch lässt diese Definition Phänomene
zu, die nicht sehr befriedigend sind. Das führte zur Einführung des
Begriffs "präluzid". - "vorklar".
Ich nenne dir zwei Kriterien, woran du
erkennst, dass deine Traumerkenntnis noch nicht ganz klar ist.
Einerseits könntest du zwar den Traum als solchen erkennen, aber die
Erinnerung an die Wachwelt (die man ja als Kontrast für diese
Erkenntnis braucht) verwechseln mit einer Phantasiewelt. Das "klar"
zu nennen wäre also nicht angemessen, dein Gedächtnis wäre hier
gestört. Andererseits handelst du aber auch gestört, wenn du nach
der Traumerkenntnis getane Dinge später, nach dem Aufwachen,
bereust: "Warum habe ich weiterhin den Rasen gemäht und bin
nicht einfach weggeflogen?" Das ist dann kein befriedigender
Klartraum!
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Wenn du das Klarträumen erlernen
möchtest, denke nicht, dass der präluzide Zustand eine Etappe zum
Ziel des vollluziden Traums wäre. Die Bezeichnung "präluzid"
ist in diesem Sinne irreführend. Präluzide Träume sind keine
lohnende Vorstufe und auf der Vorzugs-Skala sogar noch den vollkommen
nichtluziden Träumen unterzuordnen.
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Trauminkubation ist die vorherige
Festlegung, sozusagen die Programmierung des später erlebten
Trauminhalts. Diese Programmierung findet dabei während des
Wachseins statt. Das dient dazu, später beim Träumen die Traumwelt
als vollkommen real wahrzunehmen. Es dient dazu, sich der Illusion
vollkommen hinzugeben, während sie passiert. Stell dir vor, welche
Erlebnisse damit möglich wären!
Ich habe nicht den blassesten Schimmer,
wie man Träume inkubiert und ob sowas überhaupt ohne Weiteres
möglich ist.
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Egal, wie sehr du dich freust, dass du
beim Aufwachen tatsächlich einen Traumgegenstand in die Realität
mit hinüber genommen hast: Du wirst bald wieder aufwachen.
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Träume werden zum Zeitpunkt des
Stattfindens in der Regel mit dem Wachsein verwechselt. Offenbar ist
die Verwechslung in die andere Richtung im Normalfall gar nicht
möglich, obwohl im Wachleben manchmal mehr als genug seltsame Dinge
passieren.
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Wenn man den Traum als solchen erkannt
hat, scheint er instabil zu werden. Womöglich ist das umso eher der
Fall, je mehr man sich der illusorischen Natur des Traumes bewusst
ist - der Preis des Wissens um komplette Handlungsfreiheit.
Und dennoch bricht der Traum eher
selten dann zusammen, wenn man es denkt. Zuerst schwindet die Sicht.
Das heißt aber nicht, dass man aufgewacht ist. Wahrscheinlich
entsteht bald ein neuer Traum. Auch bedeutet ein Aufwachen nicht
unbedingt, dass man sich in der Wachwelt befindet; es könnte ein
falsches Erwachen sein und das Aufwachen war selbst nur geträumt.
Schwieriger ist es, wenn man nur noch Beobachter des Traumes ist und
in keinem Körper mehr steckt. Wie soll man dann wieder in einen
Körper innerhalb des Traums gelangen? Wie kann aus der dritten
Person wieder die erste werden?
Der Traum ist aber auf jeden Fall
vorüber, wenn die soeben wahrgenommene Welt ganz plötzlich nur noch
Tagtraum-Qualität hat.
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Dadurch, dass ich das hier alles
schreibe und über das Träumen nachdenke, habe ich heute Nacht einen
Klartraum.
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Ich kann manchmal nachts nicht
einschlafen. Irgendwann stelle ich dann fest, dass meine Gedanken
immer seltsamer werden. Dann freue ich mich, denn je seltsamer ich
denke, desto näher bin ich am Einschlafen.
An seltenen Nächten bin ich in einem
Gemütszustand, der es mir erlaubt, ohne jede Mühe Meisterwerke zu
komponieren, unerreicht in Experimentierfreudigkeit und Eleganz.
Meisterwerke, die niemals von jemandem gehört werden.
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Ich wüsste gern, wie man gezielt ganz
leichten Schlaf erzeugt. Auf diese Weise könnte man Klarträume
haben, wann man will.
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Klarträume erlauben Freiheit des
Handelns, doch es ist höchst ungewiss, ob auch volle Freiheit der
Wahrnehmung besteht: neue Farben, Gefühle oder gar Sinne zu erfahren
- ist das im Traum möglich? Manche behaupten es, aber wie soll man
sich sicher sein...
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Wer weiß schon wirklich, was Träume
für eine Funktion haben und welchen Regeln sie folgen. Viele glauben
es aber zu wissen und stellen es als Tatsachenwissen dar.
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Lerne, dich von deinem Körper zu
verabschieden. Das ist der Schlüssel zum bewussten Einschlafen.
Lasse los. Du wirst einen anderen Körper bekommen, in welche Welt
auch immer du aufwachen wirst.
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