Mittwoch, 4. März 2015

Was ich will

Was ich will. Was ich wirklich will.

Manche sagen, schalte die Ablenkungen aus und höre tief in dich hinein. Dann wirst du schon merken, was du in dem Moment tun willst.

Wenn du dann diesen Wunsch verspürst - tu es einfach. Ja! Es ist wirklich so trivial.

Ich habe lange nachgedacht, in welche Richtung es gehen soll. Was mich fasziniert. Was mir Motivation gibt. Dazu muss ich wissen, wobei ich mich gut fühle. Woran mir Gedanken zu verschwenden angenehm ist. Worauf ich mich freuen kann.

Ich habe sehr lange nachgedacht. Monate und Monate ohne Ablenkung, ohne irgend etwas. Nur ich selbst, nur Schlechtes, nur Gefühle. In dem Prozess bin ich abgestumpft und wusste nicht mehr, was ich tue. Alltägliches wurde zum alleinigen Vordergrund, Thema von Gesprächen, intensiver werdender zwischenmenschlicher Sinnlosigkeit, Verordnung für mein Leben. Wenigstens weiß ich es jetzt. Wenigstens habe ich jetzt die Antwort auf die Frage.

Es stimmt nämlich nicht, dass mich nichts berührt. Meine Liebe ist das Einschlafen. Nicht das Schlafen selbst (davon habe ich nicht viel), sondern der Prozess dorthin, der Prozess, bei dem ich noch die kühlen Kissen spüre, mich unter einer weichen Decke vergraben und mich meiner Müdigkeit hingeben kann. Diesen Prozess zögere ich hinaus, weil er mir so viel Wohltat schenkt. Ich kann nicht etwa schlecht einschlafen, nur weil ich mindestens eine halbe Stunde dafür brauche. Ich will es so.

Mein Wunsch ist es nicht, einfach aufzugeben. Oh nein. Weder das Spiel noch all die Empfindungen. Wenn es sich also irgendwie einrichten ließe, möchte ich um Folgendes bitten: Ich möchte noch einmal einschlafen. Ich möchte alles fühlen, zwar keine Ewigkeit, aber vielleicht für eine Dauer von subjektiv weiteren zehn Jahren, oder zwanzig, die sollten es auf jeden Fall tun. Dabei soll aber keine Zeit vergehen. Ich möchte nicht älter werden. Es sollen nur all die positiven Empfindungen und die (endlich zu Ende denkbaren) Gedanken des Bettes für mich länger wahrgenommen werden können. Vielleicht wird die Erfahrung durch dieses Strecken körnig, aber das ist okay. Wenn es sich vermeiden ließe, dann hätte ich gerne eine glatte Erfahrung.

Danach geht es weiter. Aber nicht mit mir. Stattdessen erwacht mein Körper als Zombie. Es mag der egoistischste aller Wünsche sein, aber ich möchte dennoch einen Zombie. Für euch, einen der funktioniert, der wärmer ist als ich und euch glücklicher macht, als ich es jemals könnte. Ich möchte, dass ihr glücklich sein könnt mit ihm und alles für euch weitergeht, für viele schöne Jahre. Und Erinnerungen. Fahrt fort mit dem, was ihr angefangen habt mit mir, und macht insbesondere mit eurem eigenen Leben weiter, in dem ihr realistischerweise nicht die ganze Zeit darüber nachdenkt, was ich gerade machen könnte.

(Vielleicht ist all dies in einer materialistischen Welt sogar möglich, in welcher Moral auf Dauer nicht bestehen kann.)

Und womöglich ist es schon einmal passiert.

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