Was ich will. Was ich wirklich will.
Manche sagen, schalte die Ablenkungen
aus und höre tief in dich hinein. Dann wirst du schon merken, was du in
dem Moment tun willst.
Wenn du dann diesen Wunsch verspürst -
tu es einfach. Ja! Es ist wirklich so trivial.
Ich habe lange nachgedacht, in welche
Richtung es gehen soll. Was mich fasziniert. Was mir Motivation gibt.
Dazu muss ich wissen, wobei ich mich gut fühle. Woran mir Gedanken
zu verschwenden angenehm ist. Worauf ich mich freuen kann.
Ich habe sehr lange nachgedacht. Monate
und Monate ohne Ablenkung, ohne irgend etwas. Nur ich selbst, nur
Schlechtes, nur Gefühle. In dem Prozess bin ich abgestumpft und
wusste nicht mehr, was ich tue. Alltägliches wurde zum alleinigen
Vordergrund, Thema von Gesprächen, intensiver werdender
zwischenmenschlicher Sinnlosigkeit, Verordnung für mein Leben.
Wenigstens weiß ich es jetzt. Wenigstens habe ich jetzt die Antwort
auf die Frage.
Es stimmt nämlich nicht, dass mich
nichts berührt. Meine Liebe ist das Einschlafen. Nicht das Schlafen
selbst (davon habe ich nicht viel), sondern der Prozess dorthin, der
Prozess, bei dem ich noch die kühlen Kissen spüre, mich unter einer
weichen Decke vergraben und mich meiner Müdigkeit hingeben kann.
Diesen Prozess zögere ich hinaus, weil er mir so viel Wohltat
schenkt. Ich kann nicht etwa schlecht einschlafen, nur weil ich
mindestens eine halbe Stunde dafür brauche. Ich will es so.
Mein Wunsch ist es nicht, einfach
aufzugeben. Oh nein. Weder das Spiel noch all die Empfindungen. Wenn
es sich also irgendwie einrichten ließe, möchte ich um Folgendes
bitten: Ich möchte noch einmal einschlafen. Ich möchte alles
fühlen, zwar keine Ewigkeit, aber vielleicht für eine Dauer von
subjektiv weiteren zehn Jahren, oder zwanzig, die sollten es auf
jeden Fall tun. Dabei soll aber keine Zeit vergehen. Ich möchte
nicht älter werden. Es sollen nur all die positiven Empfindungen und
die (endlich zu Ende denkbaren) Gedanken des Bettes für mich länger
wahrgenommen werden können. Vielleicht wird die Erfahrung durch
dieses Strecken körnig, aber das ist okay. Wenn es sich vermeiden
ließe, dann hätte ich gerne eine glatte Erfahrung.
Danach geht es weiter. Aber nicht mit
mir. Stattdessen erwacht mein Körper als Zombie. Es mag der
egoistischste aller Wünsche sein, aber ich möchte dennoch einen
Zombie. Für euch, einen der funktioniert, der wärmer ist als ich
und euch glücklicher macht, als ich es jemals könnte. Ich möchte,
dass ihr glücklich sein könnt mit ihm und alles für euch
weitergeht, für viele schöne Jahre. Und Erinnerungen. Fahrt fort mit dem, was ihr angefangen habt mit mir, und macht insbesondere mit eurem eigenen Leben weiter, in dem ihr realistischerweise nicht die ganze Zeit darüber nachdenkt, was ich gerade machen könnte.
(Vielleicht ist all dies in einer
materialistischen Welt sogar möglich, in welcher Moral auf Dauer nicht
bestehen kann.)
Und womöglich ist es schon einmal
passiert.
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