Mittwoch, 14. Oktober 2009

Die Schulzeit

In letzter Zeit träume ich recht oft von der Schule, obwohl ich schon vor Monaten das Abitur gemacht habe. Es ist immer eine sehr ähnliche Situation in den Träumen: Alle Abiturprüfungen liegen hinter uns, es gibt keine Benotungen mehr und die Schule geht trotzdem noch mehrere Wochen, bis sie endgültig zu Ende ist. Bis dahin sind alle Schüler noch in den Zimmern, oder auch auf den Gängen - das Aussehen der Schule ähnelt nie meiner in Wirklichkeit zuletzt besuchten, weshalb ich die Traumschule stets als fremd empfinde - und lassen sich von den sehr ermüdet wirkenden Lehrern noch unterrichten. Dabei gehen mir immer die selben Fragen nicht aus dem Kopf:
Wie kann es sein, dass die Schüler noch dabei sind, obwohl die Schule quasi vorbei ist und die Lehrer ihnen "nichts mehr anhaben" können?, Kann es überhaupt noch eine Pflicht sein, zur Schule zu kommen?, aber auch solche Fragen wie: Auf welche Weise könnte man als Lehrer die Schüler jetzt noch motivieren zuzuhören?
Nicht selten frage ich mich dann noch, ob ich nicht vielleicht etwas verpasst habe und doch nach Hause gehen kann, weil das zur Schule gehen nun, nach den Prüfungen, gänzlich freiwillig geworden ist. Aber im Grunde genommen will ich auch bleiben, eben weil alle Bekannte ein letztes Mal zusammen sind und das vielleicht sogar freiwillig. Auch wenn es komplett sinnfrei erscheint, dass die Schule nicht mit dem Abitur beendet ist, bin ich insgeheim dankbar dafür, dass es so ist. Das würde ich aber nie laut aussprechen!

Im Wachleben hab ichs schon am Tag der Zeugnisausgabe bereut, dass nun die Schulzeit vorbei ist. Selten wird es wieder so einfach sein, mit Menschen zusammenzukommen, mit denen man sonst nichts gemeinsam hat. Jetzt, mit ein bisschen zeitlichem Abstand kann ich sagen, dass ich an jenem Tag der Zeugnisausgabe die Vergangenheit verklärt habe: Insgesamt war die Schulzeit für mich doch größtenteils der Horror und ich bin froh, dass sie vorbei ist. Oder rede ich mir das doch nur ein? Die beständigen Träume geben mir da ein bisschen zu denken.

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