Sonntag, 13. November 2016

Tenside

Wir befinden uns in den Zehnern. Menschen halten einander an Leinen, lassen jemanden zappeln und werden zugleich von anderen kontrolliert. Dies klingt nach einem nicht sonderlich erstrebenswerten Umstand, jedoch ist anzumerken, dass eine gewisse Balance und daher auch Stabilität besteht, denn fast jeder nimmt die gleichen zwei Rollen ein. Solange sich diese Menschenkette nur in eine Richtung mit steigenderndem Begehrenswert anordnen lässt, finden wir jedoch auch eine Disbalance, hervorgerufen durch die Personen an den beiden Enden: Die eine wird nicht begehrt und fühlt sich vielleicht nutzlos, wohingegen die andere von den Wünschen anderer wahrscheinlich höchst irritiert und genervt ist. Für das Folgende gibt es nicht viele Hinweise; dennoch bleibt zu hoffen, dass sich Attraktivität nicht nur durch Ordinalität kennzeichnet, sondern diese Kette sich irgendwann selbst schließt - ja, vielleicht, dass es ein Ordnungsprinzip gibt, nach dem die vorderste die letzte Person begehrt, gleichsam Tensiden, die eine zirkuläre Struktur bilden.