Mittwoch, 2. September 2015

Zwischen den Welten

Wach liege ich im Bett. Meine Augen sind weit geöffnet und ich schaue zur Decke. Mir fallen die Unebenheiten auf - und das trotz der Dunkelheit. Weil ich nicht schlafen kann, lege ich eine CD ein und höre diese im Dunkeln. Ob meine Zimmernachbarn diese Musik hören, kann ich nicht sagen. Die CD ist die erste, die ich jemals in meinem Leben geschenkt bekommen habe. Die Musik gefällt mir wieder. Als ich sie vor ein paar Jahren gehört habe, empfand ich ein Gefühl der Peinlichkeit, was meinen Geschmack als Kind betraf. Jetzt kommen die ganzen Gefühle wieder auf. Dafür bin ich schon zu alt.

Wo bin ich überhaupt? Keiner ist hier. Aus dem Fenster sehe ich etwa elf Lichter in dem Vierzehnstöcker gegenüber, aber im Großen und Ganzen scheint fast jeder schon zu schlafen. Ich bin umgeben von Leben, aber niemand ist hier irgendjemandem nah - alles sind nur Geister. Ich vereinsame. Ein schauerlicher Gedanke. Und doch will ich es so. ..\-<.~~ Ich bin wieder im Bett. Vielleicht bin ich nie aufgestanden. In meinem Kopf spiele ich die Diskographie meiner Jugend ab. Dies ist mein erstes eigenes Zimmer, aber weder ist es cool noch irgendetwas anderes. Was ist das hier? Was hat es für einen Sinn? Bin ich ein Jugendlicher? Wenn nicht, was bin ich sonst?